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EsszimmertischDie ein oder anderen haben schlechte Erinnerungen an die gemeinsamen Mahlzeiten der Kindheit. Oftmals gab es am Esszimmertisch Speisen, die nicht dem eigenen Geschmack entsprachen oder es wurde hitzig diskutiert und Probleme gewälzt. Dies kann einer der Gründe sein, warum gemeinsame Mahlzeiten in Familien immer seltener werden. Ein weiterer wahrscheinlicher Grund ist der chronische Zeitmangel. Schon beim Frühstück bleibt der Esszimmertisch ungenutzt, weil schnell auf dem Weg zur Schule oder ins Büro etwas herunter geschlungen wird oder es ganz ausbleibt. Zu Zeiten des Mittagessens ist keiner zu Hause, da entweder die Kantine oder das nächste Fast Food Restaurant bestürmt wird. Der Esszimmertisch ist seit langem schon Treffpunkt verschiedener Gemeinschaften und Bestandteil sozialer Handlungen. Früher luden Könige und andere Herrscher die Gefolgschaft oder die Ritterschaft zum Mahl an einer meist meterlangen Tafel ein. Bis heute gehört das gemeinsame Essen am Esszimmertisch zu dem traditionellen Familienleben. Auch Geschäftsessen haben an Bedeutung nicht verloren, wo Geschäfte geklärt und gefestigt werden, dazu machen sich Lamellenvorhänge am Fenster im Esszimmer immer ganz gut. An den japanischen Kotatsu findet in den kalten Monaten der gesamte Familienablauf statt, da diese gleichzeitig als Wärmequelle dienen und dort die Hausaufgaben der Kinder und zum Beispiel auch Handwerksarbeiten verrichtet werden. Der Alltagsgegenstand Esszimmertisch hat aber noch mehr Bedeutung, als zuerst vermutet wird. Die Sitzplatzanordnung am Esszimmertisch geschieht mittlerweile meist aus Launen heraus oder durch Zufall. Doch laut Knigge (Benimmregeln) gibt es schon bei der Sitzplatzwahl am Esszimmertisch mindestens 20 verschiedene Fehler, die man begehen kann, etwa das Setzen zwischen Verlobte oder das Streitig machen des Platzes am Kopfende, welcher dem Hausherren bzw. dem ‚Tisch Spendenden‘ vorbehalten ist. |